Ayurvedische Ernährung für die ganze Familie – die Sache mit den Regeln (II)

Aktualisiert: 18. Jan.


In meinem letzten Blog habe ich zwei der acht Ernährungsregeln des Ayurveda beschrieben. Vielleicht hast du schon angefangen eine oder sogar beide in deinem Alltag anzuwenden und wartest schon ganz gespannt auf die Fortsetzung (die meisten von uns lieben Serien) und heute stelle ich euch zwei weitere dieser Regeln vor. Der Ayurveda beschreibt mit den „acht Faktoren gesunder Nahrung“, die Aspekte, die dafür verantwortlich sind, das die Nahrung, die du zu dir nimmst, gut bekömmlich und verträglich sind und somit deinen Körper und deinen Geist gesund und fit zu halten. Sie bilden die gesam

te Grundlage der ayurvedischen Küche. Am Ende meiner kleinen Serie über die Ernährungsregeln im Ayurveda wirst du schon mal einen kleinen Einblick in die Grundlagen der ayurvedischen Ernährung und ein paar Tipps, wie du diese im Familienalltag gut einbauen kannst.


Desha - Herkunft der Nahrung




Ist es nicht spannend, dass der Ayurveda schon vor mehr als 3000 Jahren der Bedeutung der Herkunft der Nahrung schon so eine wichtige Bedeutung gegeben hat? Auch wenn die Motivation vielleicht eine andere war, als sie für dich vielleicht heute ist, vor allem regional erzeugte und regional wachsende Nahrungsmittel einzukaufen, so ist der tiefere Sinn dahinter erhalten geblieben. Der Ort (Desha) an dem du mit deiner Familie lebst und an dem du deine Nahrung einnimmst, entscheidet über die Qualitäten der Nahrungsmittel, die du zu dir nehmen solltest.

An heißen, trockenen Orten benötigst du feuchte, kühlende Nahrung. Deshalb kannst du dort an jeder Ecke frisches Obst, Aloe Vera und auch Kokosnüsse bekommen.

In feuchten Regionen, von Wasser und Erde dominiert, sind wärmende und trocknende Eigenschaften wichtig.

Die ayurvedische Ernährung ist also keine indische oder gar vegetarische „Diät“, sondern kann an jedem Ort „gelebt werden“.

Du findest in deiner Heimat genau die Nahrungsmittel, die notwendig sind, um gesund zu bleiben, weil sie die Qualitäten besitzen, die du brauchst. Während die indische Familie Dal und Reis bevorzugen, die Südamerikaner Bohnen und Süßkartoffel, so kennen wir hier die gute Kartoffelsuppe. Alle Gerichte werden mit den jeweils heimischen Gewürzen und Kräuter nicht nur schmackhafter, sondern auch bekömmlicher gemacht.


Karana - Zubereitung der Nahrung



Jetzt bist du im Bilde darüber, wieso wir intuitiv immer die Nahrung bevorzugen, die uns umgibt. Wenn wir also wissen, was wir essen folgt im Ayurveda gleich die nächste Regel, nämlich wie wir diese Nahrung für uns zubereiten. Nahrung kann roh, gekocht, gedünstet, gebraten, zusammen oder einzeln zubereitet werden. Im Ayurveda haben all diese Formen auch unterschiedliche Wirkungen auf Körper und Geist und so lernst du im Laufe der Zeit, wie du die Qualität der Nahrung durch die Zubereitung verändern kannst. Grundsätzlich dient das Kochen der Nahrung dazu, die Speisen leichter verdaulich zu machen. Morgens und abends, wenn dein Verdauungsfeuer am schwächsten ist, empfiehlt der Ayurveda warm zu essen. Dein Körper kann so die Nahrung besser verwerten und die Energie kommt dir zugute und wird nicht ausschließlich in die Verdauung „gesteckt“. Morgens kann es dann passieren, dass du schnell wieder müde wirst und am Abend führt unverdautes Essen zu Ansammlung von „Ama“ (Schlacken) im Körper.

Gewürze helfen im Ayurveda ebenfalls, die Nahrung leichter verdaulich zu machen. Für gedünstetes Obst verwende ich gern Zimt und Ingwer, diese geben auch noch zusätzlich Wärme ab. Ein Klassiker unter den „Verdauungsgewürzen“ ist Cumin (Kreuzkümmel). In Europa wird ja auch sehr häufig der Kümmel für Kohlgerichte verwendet. Beide Gewürze machen blähende Nahrungsmittel wie Kohl und Linsen besser verdaulich.

Mein Tipp für dich:

Wenn dich morgens nach dem Frühstück die Müdigkeit packt, ist das ein Zeichen dafür, dass dein Verdauungsfeuer eher schwach ist und ein warmer Chai oder eine kleine Portion warmer Getreidebrei passender ist, als Brot oder Brötchen. Probiere es aus und beobachte den Unterschied!

Ich hoffe, ich konnte dir einen verständlichen Einblick und paar wertvolle Tipps und Hinweise geben, wie du den Ayurveda in dein Familienleben integrieren kannst. Das Wichtigste ist allerdings, dass du weißt, warum du den Ayurveda in deinem Leben haben willst. Wo kann der Ayurveda eine Unterstützung und Hilfe für dich sein? Was möchtest du davon umsetzen? Das entscheidest du, ganz individuell. Gern begleite ich dich dabei.


Aktuelle Informationen, Rezepte und Tipps rund um das Thema „Ayurveda und Familie“ findest du auf meiner Homepage www.ayurveda-company.com.

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Und vergiss nicht: Ausnahmen bestätigen die Regel


Deine Jeannette

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