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Hast du Durst? - Ayurveda und das Trinken


Eine wichtige Frage in meinen Ernährungskonsultationen ist die nach dem Durstgefühl und die Antworten sind sehr individuell und für mich immer ein wichtiger Hinweis auf die Konstitution und die Empfehlungen, die sich daraus ergeben.

Das interessante daran ist, das trinken und Durst auch häufig getrennt von einander stattfinden. Vielleicht gehörst du zu denjenigen, die sich an das Trinken erinnern müssen, weil sie keinen Durst verspüren. Auch dafür hat der Ayurveda eine Lösung. Aber wieso ist es eigentlich so wichtig und wie sieht eine typgerechte "Trinkroutine" eigentlich aus?


 

Trinken ist wie eine "innere Dusche": Zu deiner Morgenroutine sollte nach der inneren Reinigung unbedingt ein Glas abgekochtes Wasser gehören. Je nach Jahreszeit und Konstitution ist es ratsam das Wasser frisch auf zu kochen, oder vom Vorabend zu kochen und in einem Kupfergefäß aufzubewahren oder sogar Dosha - Wasser zu trinken. Das klingt vielleicht kompliziert für dich, aber wird nach kurzer Zeit auch Routine. Das Trinken von heißem Wasser am Morgen hat einen reinigenden Effekt und kurbelt deinen Stoffwechsel an. Ich empfehle wirklich nur heißes Wasser, denn jede andere Zutat hat wieder andere Qualitäten und verändert die Wirkung des abgekochten Wassers. Allein das Trinken von heißem Wasser am Morgen kann jahrelange Verdauungsprobleme wie Verstopfung ganz einfach lösen. Der Ayurveda legt auch hier großen Wert auf die Zubereitung (Karana) des Wassers und auf die Zeit (Kala), in der wir trinken. Es gibt eine Vielzahl an Empfehlungen, wie Wasser gekocht, aufbewahrt und getrunken wird. Prinzipiell gilt, das je länger das Wasser kocht, umso intensiver, ausleitender und effektiver ist seine Wirkung. Diese Eigenschaft setze ich gezielt ein und gebe genaue Anleitungen für den jeweils gewünschten "Detox-Effekt" des Wassers. Dabei verwende ich dann gezielt Gewürze wie Ingwer, Pippali, Kreuzkümmel und Sandelholz.


 

Für Vata, Pitta und Kapha gibt es unterschiedliche Trinkempfehlungen und es ergibt durchaus Sinn, sich mit diesen Empfehlungen auch zu beschäftigen und Stück für Stück in eine typ - gerechte Trinkroutine zu entwickeln. Denn genauso wie beim Essen können auch erlernte oder für gesund geltende Trinkgewohnheiten ausgerechnet für dich und dein Dosha nicht gut sein und dir damit dauerhaft schaden.


Luftigen Vata-Menschen tut es gut, warmes Wasser über den Tag verteilt zu trinken und beim Tee auf süße und wärmende Qualitäten zu achten: Ingwer, Masala Chai mit warmer Milch und Süßholz - Tee sind vor allem am Nachmittag sehr gut verträglich und gleichen aus. Auch süße und verdünnte Fruchtsäfte beruhigen und liefern Energie, die sich Vata so sehr wünscht.

Der feurige Pitta - Mensch tut gut daran seine Getränke nicht zu heiß zu sich zu nehmen und eher kühlende und milde Teesorten zu verwenden: Tulsi und Hibiskus.

Verdünnte Fruchtsäfte und Brühen mit entsäuernden Effekten wie Kurkuma, Koriander oder Fenchel dienen ebenso dazu den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Für Pitta ist dies eine wundervolle Art, auch die Haut zu beruhigen und das starke Verdauungsfeuer zu regulieren.


Kapha - Typen empfinden von allen Dosha am wenigsten Durst. Sie müssen das regelmäßige Trinken tatsächlich üben und vor allem am Morgen und am Abend heißes, abgekochtes Wasser trinken. Als Tee eignen sich besonders anregende Gewürze wie Ingwer, Thymian und Zimt. Die tolle Nachricht: wenn Kapha den Tee mit Honig süßt, hat dieser zusätzlich einen positiven Effekt auf die Fettverbrennung.

Für alle drei Doshas aber gilt, dass während der Mahlzeiten nicht getrunken wird. Agni anregende kleine Getränke werden ca. 30 Minuten vor der Mahlzeit eingenommen und höchsten heißes Wasser in kleinen Schlucken zu dir nimmst. Das viele Trinken während der Mahlzeit nimmt nicht nur Platz in Anspruch, der dir für das Essen fehlt, sondern es führt häufig dazu, dass wir kurze Zeit wieder etwas essen wollen und die nötige Ruhepause von vier Stunden zwischen den Mahlzeiten kaum einhalten können.

Wenn du dich jetzt fragst, wann du das alles trinken sollst, dann gebe ich dir noch folgende Faustregel mit: 0,03 l/ kg Körpergewicht ist die Menge, die du trinken solltest. Wenn du natürlich viel Sport treibst, krank bist oder schwanger, dann kann diese Zahl auch variieren. Aber du merkst hier, dass der Ayurveda auch beim Trinken individuell vorgeht und nicht jeder Mensch 2,5 l Wasser trinken "muss".


 

Zum Abschluss noch etwas zum Thema Kaffee und Alkohol aus ayurvedischer Sicht:

Kaffee ist ein Genussmittel und Kapha kann ihn am Besten vertragen. Er wirkt durch seine bittere Qualität vor allem Stoffwechsel anregend. Vata und Pitta sollten ihn besser süßen und eher selten trinken (was sie meistens nicht tun).

Alkohol gilt ebenso als Genussmittel und kann bei ganzheitlicher Gesundheit ab und an auf der Getränkekarte stehen. Auch hier sind es Pitta -Kapha - Menschen, die den bitteren Geschmack sehr mögen und ihn auch am längsten vertragen. Hier solltest du immer auf deine Motivation achten.



 

Schau´doch mal, wie es um deinen Durst und deine Trinkroutine bestellt ist! Trinkst du eher zu wenig oder vielleicht sogar zu viel? Zu kalt, zu scharf oder zu bitter? Dieser Beitrag soll dir einen kurzen Einblick in das Thema geben und dich dazu einladen auch das Thema "Trinken" als wichtigen Baustein innerhalb deiner ganzheitlichen Gesundheit zu verstehen und dich von allgemeinen und pauschalen Empfehlungen zu verabschieden und eine zu dir passende Trinkroutine zu finden. Wenn du willst, unterstütze ich dich super gern dabei!

Drink when you thirsty and eat when you hungry!


Deine Jeannette








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