Ich packe meinen Koffer und nehme mit...



Das Essen unterwegs oder auf Reisen ist für mich vor allem mit Erinnerungen aus der Kindheit geprägt. Da gibt es das Eis im Strandbad - einfach köstlich - oder das Käsebrot im Zug nach der Skitour. Aber auch großer Hunger bei Wanderungen ohne rechtzeitige Hütten oder Gulaschsuppe, die ich einfach nicht mochte. Mein Verhältnis zum Thema "essen unterwegs" ist also ein Art "Hassliebe".


Jahrelang war ich total unentspannt und habe soviel Essen eingepackt, dass ich gleich noch die Familie neben uns versorgen konnte. Wenn es dann noch um Wettkämpfe ging und die Vorbereitung dafür, dann nahm das soviel Zeit in Anspruch, als wäre ich tagelang unterwegs. Ich fand das normal - aber irgendwie auch anstrengend. Kommt dir das bekannt vor?

Erst als ich den Ayurveda für mich entdeckt habe, kam meine "Ernährungswende" auch in den Bereich des Reisens und mittlerweile dauern meine Vorbereitungen nur noch ein Bruchteil dessen und auch die Art und Weise, was ich einpacke hat sich deutlich verändert. Dabei geht es mir vor allem um den Zweck und mein Ziel der Reise - also Strandurlaub mit Kindern oder Mountainbike mit meinem Mann - außerdem auch wie lange ich unterwegs bin und was mich erwartet, dort wo ich hinkomme. Wir fahren so gut wie nie mit dem Auto, schon allein deshalb muss ich gut überlegen, was ich oder wir wirklich benötigen.

 

Zugegeben auch hier ist eine gewisse Vorbereitung nötig, die es dir auf Reisen dann aber umso einfacher macht. Dabei gehe ich ganz einfach vor und beginne beim Frühstück bzw. am Morgen Hauptsächlich sind es Gewürze - die Essenz meiner Küche - die ich je nach Tageszeit, Frühstück, Mittag und Abendessen vorbereite und einpacke. Dabei achte ich auch besonders auf die Jahreszeit, also die Temperaturen, die mich erwarten. Dazu kommen noch Nussmischungen, Nahrungsergänzungsmittel und hochwertige Öle, wie z.B. Ghee oder Kokosöl.



 

Mein Frühstück

Auch auf Reisen beginnt mein Tag mit einem heißen Wasser. Mittlerweile frage ich in Hotels am Abend nach und bekomme meistens eine Thermoskanne mit aufs Zimmer. Beim Campen bereite ich mir auch das Wasser am Abend zu. Dafür habe ich mir mal eine extra leichte Thermoskanne angeschafft. Dann ist es am Morgen nicht hektisch und in besonders heißen Regionen kannst du das Wasser mit Ingwer aufkochen und abkühlen lassen und am Morgen dann trinken. Das ist unglaublich erfrischend.


Für ein warmes Frühstück auf Reisen bekomme ich fast überall Haferflocken oder ich habe mir eine eigene Mischung aus Dinkel-, Hafer-,Quinoa- oder Reisflocken zubereitet. Dann brauche ich nur noch das heiße Teewasser vom Büffet oder aus dem Kochtopf und mit ein paar ausgewählten Gewürzen: Kurkuma und Kardamom bereite ich dafür vor. Für heiße Regionen gern mit etwas Nelke und in den Bergen oder im Winter kommt Zimt dazu. Dazu etwas Honig oder Rohrzucker. Wenn ich Platz in meiner Tasche habe, im Van, auf dem Boot oder am Rad, dann bereite ich noch ein Nusscrunch aus Haselnüssen, Mandeln, Leinsamen vor und nutze es als Topping. Brauche ich eine gehaltvolle Portion, weil wir gleich wandern oder Radfahren, dann kommt zum Schluss noch ein Teelöffel Ghee oder für die vegane Variante Kokosöl dazu. Ich meide frische Früchte und Joghurt. Diese Kombination ist schwer verdaulich.

 

Wenn du frische Früchte liebst und in Regionen mit tollem Obst unterwegs bist, iss das Obst allein als Zwischenmahlzeit, dass ist wesentlich bekömmlicher.

Ein kurzer Tipp zum Ghee: besonders im Sommer hilft das Ghee die Hitze zu regulieren, innerlich und auch äußerlich bei Sonnenbrand und geschwollenen Füssen. Wenn du also Platz hast, dann betrachte es als Reiseapotheke und nimm es mit!

Bist du im Van, auf dem Boot oder mit dem Rad unterwegs, kannst du dir die Nahrung in entsprechende Behälter tun. Im Hotel ist es meistens komplizierter und da verwende ich fast nur meine kleinen Gewürzdosen (die aus dem Kosmetiktaschen). das fällt kaum auf und sieht im Zweifel aus wie Medizin! Ist es ja auch: Food as Medicine :))

Natürlich spreche ich aber noch einmal die mentale Komponente des Essens auf Reisen an. Unterwegs ist es anders als zu Hause, auch deine Ernährung. Eine Regel aus dem Ayurveda besagt auch, dass du genau das in der Nahrung findest, was du brauchst, je nachdem, wo du bist. Oder anders gesagt: in den Bergen wirst du anders essen, als am Meer. Im Norden anders als im Süden. Also schau dir die regionale und saisonale Küche an. Auch das ist ein ganz besonderer Teil des Reisens. Genieße dich, deine Reise und das Essen unterwegs!

Schreib mir gern, was dir am Essen unterwegs gefällt und was dich auch ordentlich nervt! Ich freue mich auf deine Geschichte!


Deine Jeannette




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